B+S News
B+S Adressen
 
B+S Soziale Dienste Nds. GmbH & Co. KG
Claus-von-Stauffenberg-Weg 1b
21684 Stade
Telefon: +49 4141 78 68 0 - 0
Telefax: +49 4141 78 68 0 - 69
Zentrale@Betzin-Schmidt.de

B+S Soziale Dienste FHH GmbH & Co. KG
Diagonalstraße 41
(Eiffestraße 632)
20537 Hamburg
Telefon: +49 40 20 97 88 81
Telefax: +49 40 2097 8878
Info@Betzin-Schmidt.de

B+S Service GmbH
Claus-von-Stauffenberg-Weg 1b
21684 Stade
 

Hilfe zur Erziehung

 
 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung gem. § 35 SGB VIII:
„Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung soll Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen.“
(§ 35 SGB VIII)
  • auf den Einzelfall abgestimmtes Betreuungsarrangement
  • soziale Integration und Stabilisierung der Persönlichkeit
  • intensive und individuelle Unterstützung
 
leistung heike brodtmann
Heike Brodtmann, päd. Leitung Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg
 
 Die Erziehungsbeistandschaft, Betreuungshelfer gem. § 30 SGB VIII:
„Der Erziehungsbeistand und der Betreuungshelfer sollen das Kind oder den Jugendlichen bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen möglichst unter Einbeziehung des sozialen Umfelds unterstützen und unter Erhaltung des Lebensbezugs zur Familie seine Verselbständigung fördern.“ (§ 30 SGB VIII)
  • Unterstützung bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen
  • Förderung der Verselbständigung
 
Die Sozialpädagogische Familienhilfe gem. § 31 SGB VIII:
„Sozialpädagogische Familienhilfe soll durch intensive Betreuung und Begleitung Familien in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Sie ist in der Regel auf längere Dauer angelegt und erfordert die Mitarbeit der Familie.“ (§ 31 SGB VIII)
  • Intensive Betreuung und Begleitung von Familien
  • Hilfe bei Erziehungsaufgaben
  • Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen
  • Konflikt- und Krisenlösung
 
leistung kai tripmker
Kai Tripmaker, päd. Leitung stationäres Team Stade
leistung daniela hoppe
Daniela Hoppe, päd. Leitung ambulantes Team Stade
 
 
Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche gem. § 35a SGB VIII:
(1) Kinder oder Jugendliche haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht, und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Von einer seelischen Behinderung bedroht im Sinne dieses Buches sind Kinder oder Jugendliche, bei denen eine Beeinträchtigung ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft nach fachlicher Erkenntnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. § 27 Abs. 4 gilt entsprechend.

(1a) Hinsichtlich der Abweichung der seelischen Gesundheit nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 hat der Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Stellungnahme einzuholen:

  • eines Arztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie,
  • eines Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder
  • eines Arztes oder eines psychologischen Psychotherapeuten, der über besondere Erfahrungen auf dem Gebiet seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen verfügt.
Die Stellungnahme ist auf der Grundlage der internationalen Klassifikation der Krankheiten in der vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information herausgegebenen deutschen Fassung zu erstellen. Dabei ist auch darzulegen, ob die Abweichung Krankheitswert hat oder auf einer Krankheit beruht. Die Hilfe soll nicht von der Person oder dem Dienst oder der Einrichtung, der die Person angehört, die die Stellungnahme abgibt, erbracht werden.

(2) Die Hilfe wird nach dem Bedarf im Einzelfall
  • in ambulanter Form,
  • in Tageseinrichtungen für Kinder oder in anderen teilstationären Einrichtungen,
  • durch geeignete Pflegepersonen und
  • in Einrichtungen über Tag und Nacht sowie sonstigen Wohnformen geleistet.
(3) Aufgabe und Ziel der Hilfe, die Bestimmung des Personenkreises sowie die Art der Leistungen richten sich nach § 53 Abs. 3 und 4 Satz 1, den §§ 54, 56 und 57 des Zwölften Buches, soweit diese Bestimmungen auch auf seelisch behinderte oder von einer solchen Behinderung bedrohte Personen Anwendung finden.

(4) Ist gleichzeitig Hilfe zur Erziehung zu leisten, so sollen Einrichtungen, Dienste und Personen in Anspruch genommen werden, die geeignet sind, sowohl die Aufgaben der Eingliederungshilfe zu erfüllen als auch den erzieherischen Bedarf zu decken. Sind heilpädagogische Maßnahmen für Kinder, die noch nicht im schulpflichtigen Alter sind, in Tageseinrichtungen für Kinder zu gewähren und lässt der Hilfebedarf es zu, so sollen Einrichtungen in Anspruch genommen werden, in denen behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam betreut werden.“ (§ 35a SGB VIII)
  • Unterstützung bei der Ermöglichung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
  • Intervention bezüglich Beeinträchtigungen bei der Lebensbewältigung
  • Kooperation zwischen allen Beteiligten
  • Flexibilität
  • Ressourcenorientierung
  • Lebensfeldbezogene Hilfen
  • Systemische Herangehensweise
In Zusammenarbeit und Gesprächen zwischen Erziehungsberechtigten, jungen Menschen, Jugendamt und unseren Mitarbeiter/-innen wird die notwendige Hilfe im Einzelfall geplant. Eine sozialpädagogische Fachkraft übernimmt daraufhin die Betreuung entsprechend den gemeinsam vereinbarten Zielen in Ihrer häuslichen Umgebung.
 
 
Clearingverfahren am Standort Stade
In der Erstversorgungseinrichtung für unbegleitete, minderjährige Asylsuchende in Stade leben derzeit Jugendliche aus neun Nationen. Bei der Ankunft in Deutschland bringen die Jugendlichen ihre eigene Lebens- und Fluchtgeschichte mit und daraus entstehen bei jedem Bewohner und jeder Bewohnerin individuelle Problemlagen, Fragen und Hilfebedarfe. In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern begleiten unsere Mitarbeiter/-innen die Jugendlichen durch das Clearingverfahren, vom Tag der Ankunft in Deutschland bis zum Auszug in eine geeignete Wohnform.

Aufgabe des Clearingverfahrens ist es, die Situation des Minderjährigen möglichst umfangreich zu erfassen und darüber mögliche Perspektiven zu klären.
leistung judith heicksJudith Heicks, Clearingbeauftragte
 
Zum Clearingverfahren gehören dabei folgende Aufgaben:
  • Die Inobhutnahme des Minderjährigen durch das zuständige Jugendamt und damit die Gewährung/ das Gewähren von Schutz und weiterer Betreuung.
  • Die umfangreiche gesundheitliche Erstversorgung durch eine Erstuntersuchung im zuständigen Gesundheitsamt und gegebenenfalls weiterführende Behandlung in Kliniken oder bei niedergelassenen Ärzten.
  • Die ausländerrechtliche Registrierung bei der zuständigen Ausländerbehörde und vorherige Klärung der Personalien des Minderjährigen.
  • Die Regelung der gesetzlichen Vertretung des Minderjährigen: Antrag beim Familiengericht auf Ruhen der elterlichen Sorge und Anordnung einer Vormundschaft durch das zuständige Jugendamt.
  • Deutschunterricht und zeitnahe Einschulung des Minderjährigen.
  • Die pädagogische und psychologische Betreuung des Minderjährigen, in deren Rahmen sich eine realitätsnahe Zukunftsperspektive entwickeln kann.
  • Die Unterstützung bei der Herstellung von Kontakten zu Verwandten und gegebenenfalls Klärung der Möglichkeiten einer Familienzusammenführung.
Alle dafür relevanten Informationen werden im Rahmen einer Anamnese erhoben. Der jeweilige Bezugsbetreuer und die Koordinatorin des Bereiches Clearing schätzen folgende Themenbereiche gemeinsam ein und erstatten Bericht: Defizite und Ressourcen, Motivation des Jugendlichen und schulische Perspektive, Zielformulierungen bezüglich der weiteren Versorgung und Betreuung des Minderjährigen.
Im Laufe des Clearingverfahrens bieten die Mitarbeiter der Einrichtung den Jugendlichen intensive Begleitung und Beratung (mit traumapädagogischem Schwerpunkt) zu den unterschiedlichen Problemlagen. Dies schafft Vertrauen und ermöglicht den Jugendlichen ihre Lebenssituation zu stabilisieren, um den weiteren Weg in Deutschland gehen zu können.

 
 
Stationäre Wohngruppe gem. § 34 SGB VIII
Das Angebot der stationären Unterbringung in der Wohngruppe nach § 34 SGB VIII soll mit ihren spezifischen sozialpädagogischen Möglichkeiten, Kindern und Jugendlichen Heimat und Geborgenheit in einer Gruppe geben und sie im familienähnlichen Kontext alters- und entwicklungsgemäß fördern.

Das Angebot richtet sich an verhaltensauffällige, delinquente Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund sowie an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vom 14. bis zum 21. Lebensjahr und im Schwerpunkt an Jungen und Mädchen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr im Haushalt der Eltern leben können.

Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung in einer Wohngruppe soll Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen Angeboten und in einem therapeutischen Netzwerk in ihrer Entwicklung fördern.

Sie soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie:
  • eine Rückkehr in die Familie zu erreichen versuchen,
  • die Erziehung in einer anderen Familie vorbereiten oder
  • eine auf längere Zeit angelegte Lebensform bieten und auf ein selbständiges Leben vorbereiten.
Jugendliche sollen in Fragen der Ausbildung und Beschäftigung sowie der allgemeinen Lebensführung beraten und unterstützt werden.
 
 
Inobhutnahme gem. § 42 SGB VIII und §§ 42a ff. SBG VIII
Die Inobhutnahme dient dem Schutz von Kindern und Jugendlichen bei drohender Gefährdung ihrer körperlichen und seelischen Unversehrtheit oder der vorläufigen Inobhutnahme von ausländischen Kindern und Jugendlichen nach unbegleiteter Einreise. Liegen dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen vor, so kann der betreffende Jugendliche zum Schutz und zur Klärung der Situation in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden.

Schutz und Sicherheit, auch vor drohender, lebens- oder entwicklungsgefährdender Vernach-lässigung, Misshandlung und (sexueller) Gewalt stehen in diesem Setting an erster Stelle. Ziel der Betreuung in der Inobhutnahmestelle soll es sein, dem Jugendlichen auch das Gefühl zu vermitteln, in Sicherheit zu sein.

Des Weiteren ist die Unterstützung des Kindes oder Jugendlichen bei der Bewältigung von Krisen- oder Konfliktsituationen im Rahmen einer sozialpädagogischen Krisenintervention ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Zur Stabilisierung dient die Sicherstellung der gewohnten Tagesstruktur beziehungsweise die die Entwicklung einer alternativen, wenn auch vorübergehenden, Tagesstruktur.